Grundlegende Informationen zur Borreliose

Borreliose, auch Lyme-Borreliose oder Lyme-Krankheit genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch Zecken übertragen wird. Sie kann eine schwere Symptomatik verursachen.

Verbreitung

Die Borreliose ist auf allen Kontinenten verbreitet, tritt aber besonders häufig in nördlichen Ländern auf. In Europa werden derzeit 65.000 bis 100.000 Borreliose-Neuerkrankungen pro Jahr verzeichnet. Insbesondere Deutschland, Österreich, die Schweiz und andere zentraleuropäische Länder sind betroffen.

Die tatsächliche Zahl der an Borreliose Erkrankten liegt jedoch deutlich höher. Grund hierfür ist, dass die meisten Symptome der Borreliose-Erkrankung unspezifisch sind, das heißt, sie lassen sich nicht direkt der Borreliose-Erkrankung oder einer anderen Krankheit zuordnen. Borreliose zählt daher in Europa und den USA zu den häufigsten unerkannten bzw. fehldiagnostizierten Infektionserkrankungen.

Zecken übertragen Borrelia-Erreger, welche eine Infektion im Körper auslösen können.

Infizierung

Der Erreger der Borreliose ist ein Bakterium der Gattung Borrelia, das zur Gruppe der Spirochäten gehört. Unter Spirochäten werden spiralförmige, sich aktiv bewegende Bakterien verstanden. Sie besitzen effektive Tarnmethoden, um sich vor dem Immunsystem des Körpers zu schützen. Dadurch kann es passieren, dass folgenschwere Krankheitssymptome entstehen, ohne als solche erkannt zu werden.

Der Hauptüberträger der Borrelien ist die Zecke, aber auch andere blutsaugende Insekten (Mücken, Bremsen, Läuse und Flöhe) können die Krankheit übertragen. Schätzungen zufolge sind 5–35 % der Zecken mit Borrelien befallen.

Zecken tragen die Erreger in ihrem Verdauungstrakt. Die Erreger vermehren sich in deren Darmbereich und wandern von dort in die Speicheldrüsen. Bei einem Zeckenstich ergießen sie sich in den Blutkreislauf des Wirts (Mensch oder Tier) und können so in die Gelenke sowie in verschiedene Organe gelangen, unter anderem in Haut, Herz, Gehirn und Harnblase. Aufgrund ihrer hohen Beweglichkeit können sich die Borrelien gut innerhalb des Körpers bewegen. Dabei setzen sie nervenschädigende Stoffe frei.

Verlauf der Krankheit

Borreliose ist eine Entzündungserkrankung, die zahlreiche Körperorgane schädigen kann. Im Frühstadium (Lokalinfektion) ist hauptsächlich die Haut betroffen (Abbildung 1). In späteren Stadien kann sich die Entzündung über die Gelenke und das Nervensystem bis hin zum Herzen ausbreiten. Da die herkömmlichen Behandlungsformen mit Antibiotika in den Spätstadien der Erkrankung nur noch begrenzt wirksam sind, kann sich diese weiterentwickeln bzw. neu aufflammen, obwohl der Patient zunächst keine Beschwerden mehr zeigt.

In der Natur durchlaufen die Zecken mehrere Entwicklungsstadien. Sie schlüpfen als Larven aus dem Ei, werden nach der Häutung zur Nymphe und schließlich zur reifen Zecke. Die Zecke kann die Borreliose-Bakterien in jeder Entwicklungsphase übertragen. Am gefährlichsten aber sind die Nymphen, zumal sie im Frühjahr und Sommer besonders zahlreich vorkommen und mit einer Größe von 1–2 mm nur schwer zu erkennen sind.